Emotion vs. Gefühl – Endlich verstehen

Emotion vs. Gefühl – Endlich verstehen

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Es gibt tatsächlich zahlreiche wissenschaftliche und nicht-wissenschaftliche Texte, die sagen, dass der Unterschied zwischen Emotion und Gefühl weder in der Psychologie noch in der Philosophie geklärt ist.

Die Parteien scheinen sich nicht einig zu sein.

Nachdem ich in meiner Weiterbildung zum Heilpraktiker für Psychotherapie (ohne Abschluss) auch einige Zeilen dazu las und die Ergebnisse weder klar verständlich noch eindeutig waren, suchte ich weiter.

Die Antworten sowohl bei YouTube, in Büchern als auch dem Web waren ernüchternd. Ich durfte die Uneinigkeit der Aussagen live wahrnehmen. Alles in allem passten die offiziellen Definitionen auch nicht mit meinem eigenen Erleben zusammen, also definiere ich diese Welt, wie sie mir gefällt und so, wie es sich für mich richtig und nach Wahrheit anfühlt.

Hier meine Zusammenfassung, die bis heute sehr klar und stark mit mir resoniert:

Emotionen sind Kreationen unserer Gedanken bzw. des Minds und finden zeitlich nur in der Vergangenheit oder in der Zukunft statt. Sie haben aber im jetzigen Moment genauso individuelle körperliche Auswirkungen wie Gefühle. Emotionen zeigen sich gedanklich als Erinnerungen, Tagträume, nächtliche (Alb)Träume, bebilderte Wünsche, Glaubenssätze, Gedankenschleifen, Sehnsüchte etc.

Beispiele hierfür:

Essensgelüste als Emotion: Du siehst das Bild deiner Lieblingsspeise vor deinem inneren Auge. Dir läuft das Wasser im Mund zusammen und du erinnerst dich zurück an die letzte Situation, in der du genießen durftest.

Verliebtheit als Emotion: Dein Schwarm ist körperlich nicht in deiner Nähe. Du denkst an ihn, erinnerst dich an gemeinsame Momente oder sehnst dich nach zukünftigen Begegnungen, verlierst dich in Tagträumen über eure Zukunft etc. D.h. das was du in diesen Momenten fühlst, stammt aus einer Kreation deines Kopfes und zeigt sich körperlich in Form von Vorfreude, diesem Kribbeln im Bauch, der grundlegend guten Laune oder dem wissenschaftlich erwiesenen Anstieg von Dopamin und Oxytocin. (Quelle)

Sorge als Emotion: Dein Kind steht vor dir und lächelt dich an. Es hat einen Rucksack auf dem Rücken und geht gleich los, wohin auch immer. Plötzlich entstehen Bilder in deinem Kopf, was alles passieren oder schiefgehen könnte, obwohl es ihm jetzt blendend geht. Du spürst das Unwohlsein in dir, aufgrund der aufkommenden Sorge.

Merke: Emotionen zeigen sich gedanklich als Erinnerungen, Tagträume, nächtliche (Alb)Träume, bebilderte Wünsche, Glaubenssätze, Gedankenschleifen, Sehnsüchte etc. und finden nur in Zukunft oder Vergangenheit statt, sind aber körperlich spürbar.

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Eine weitere Theorie ist, dass starke Emotionen ihren Ursprung in Gefühlen haben, die wir in der Vergangenheit nicht zu Ende gespürt haben bzw. denen keine Handlung folgte ODER diese Emotionen, wollen uns auf eine Lücke im jetzigen Moment aufmerksam machen.

Beispiele hierfür:

Essensgelüste als Emotion: Zuerst war das Gefühl des Hungers da. Aus irgendeinem Grund konntest du bisher noch nichts Essen. Allmählich übernimmt das leichte Grummeln im Bauch auch deinen Kopf und zeigt sich als Emotion. Du denkst öfter und immer intensiver an Essen, das köstliche Festmahl von gestern oder sehnst dich nach einem simplen Käsebrot.

Liebeskummer als Emotion: Du vermisst schmerzlich den Menschen, für den du Liebe empfindest oder sie empfunden hast. Körperlich zeigt sich der Liebeskummer in Niedergeschlagenheit, stetigen Gedankenkreisen an ‚das eine Thema‘, Herzschmerz, Melancholie, keinen Bock auf Nix etc. Oft geht Liebeskummer mit Verletzung einher, weil du verlassen wurdest, ihr euch getrennt habt oder weil ihr einfach gerade körperlich getrennt seid.

Erklärung zur ‚Lücke im Jetzt‘: Liebeskummer ist in dem Moment, in dem du dich unter deiner Decke vergraben willst eine Lücke im jetzigen Moment. Körper, Geist und Seele sehnen sich nach dem Gefühl zurück, dass dir dieser Mensch gab. Du spürtest Liebe, Verbundenheit, Sicherheit, Nähe etc. und diese sind nun nicht mehr personifiziert in deiner Nähe.

Erklärung zu: ‚Gefühle zu Ende fühlen & ihnen bewusste Handlungen folgen lassen‘: In dem Moment, in dem du verletzt wurdest, z.B. wegen des Entschlusses der Trennung, wurde das Gefühl des Schmerzes oder der Verletzung nicht richtig ‚zu Ende gefühlt‘. Es gab eventuell nicht die Möglichkeit, das Gefühl in Form von Tränen, Worten etc. zum Ausdruck zu bringen, schlucktest den Schmerz herunter, um nicht ‚das Gesicht zu verlieren‘ oder rationalisiertest das Gefühl mit den Worten der ‚richtigen Entscheidung‘ weg. Im Nachhinein bereust du es, nicht anders reagiert zu haben, hättest gerne mehr geredet, geschrien, ihn/sie beschimpft, willst korrigieren, kämpfen o.ä.

Merke: Aus einem körperlichen Gefühl, dass gefühlt ‚werden will & soll‘, entsteht eine Emotion. Der Körper nutzt zusätzlich noch den Verstand als Kommunikationsmittel zu dir.

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Es geht nicht darum, alles sofort zu Ende zu fühlen, immer eine Handlung folgen zu lassen oder die Lücke zu erkennen, sobald die Emotion da ist.

Es ist eine Option. Eine vielleicht neue Sicht.

Es geht aber auch nicht darum, sich in dem Liebeskummer zu ersaufen, ihn jahrelang in dir wirken zu lassen oder immer mit schlechtem Gewissen nach der leeren Tüte Chips da zu sitzen ohne zu wissen, was in dir vor sich geht.

Es geht darum, dich frei zu machen von deinen unangenehmen Emotionen, sie als Sprache zu betrachten und wieder den Frieden zu fühlen.

Mehr ist sie eigentlich nicht, die Emotion.

Was ist dann das Gefühl?

Gefühle finden ausschließlich im jetzigen Moment statt und werden über die körperlichen Sinne: Riechen, Sehen, Hören, Schmecken & Tasten in Gänze oder Einzeln erfahren und haben die verschiedensten individuellen körperlichen Auswirkungen. Hinzu kommt der 6. Sinn: Das Fühlen eigener & anderer Energien/Gefühle. Im Moment des wahren Fühlens sind wir (nahezu) vollständig mit dem Körper, anstatt dem denken Verstand verbunden.

Sinnlicher Genuss als Gefühl: Du schmeckst ganz deutlich den herb-süßen Geschmack der Schokolade auf deiner Zunge. Fühlst die Konsistenz und riechst deutlich ihre Noten.

Wahre Liebe als Gefühl: Dein Partner steht direkt vor dir. Du siehst in seine Augen und spürst die Verbindung, die gerade jetzt unsichtbar zwischen euch entstanden ist. Du wirst berührt und folgst dem Gefühl der Nähe auf deiner Haut und dem Pochen deines Herzens in dich hinein. Dein Partner schenkt dir einen Kuss, du riechst und genießt mit all deinen Sinnen. Du spürst ganz deutlich und auch ohne, dass es Worte braucht, die Schönheit und Fülle des Moments.

Echte Angst als Gefühl: Es kracht plötzlich schrecklich laut. Dein Körper zuckt zusammen, du atmest vor Schreck tief ein und dein Herz beginnt schneller zu pumpen.

Merke: Tiefgehende & angenehme Gefühle und der jetzige Moment sind die Wahrheit und das, wonach du vielleicht schon eine ganze Weile suchst. Emotionen sind nur Wegweiser.

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Natürlich sind Körper und Geist sehr schnell in ihrem Fühlen. D.h. Emotion und Gefühl wechseln sich schnell ab.

Das schokoladige Genussgefühl, kann schnell auch von der Emotion des schlechten Gewissens unterbrochen werden.

Du spielst glückselig mit deinem Kind und genießt die Freude, eure gemeinsame Verbindung und die Liebe in und um euch herum. Der Hauch eines Gedanken daran, dass das vergehen oder plötzlich verloren sein könnte, entreißt dich aus diesem eben noch so zauberhaften Zustand.

Der Genuss eines Kusses, kann von einer emotionalisierten Reaktion unterbrochen werden, weil du euch plötzlich vor dem Traualtar siehst. ‚Er ist bestimmt der Prinz, auf den ich solange wartete‘. Dein Verlangen nach mehr wird stärker und du saugst und ziehst energetisch an ihm. Jene Sprache wird oft unbewusst & schnell zum Bedrängnis.

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Dies sind Beispiele für den meist untergründig ablaufenden Wechsel zwischen Emotion und Gefühl.

Und das gilt es zu verändern!

Mit dem Bewusstsein dafür, was gerade die echte Realität ist und was nicht, kannst du deine Wahrnehmung maßgeblich verwandeln.

Es wird Zeit, die Wahrheit zu fühlen.

Denn die Wahrheit ist die Unendlichkeit von Liebe, Fülle, Freude, Vertrauen und Frieden.

Herzlichst, Maria

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